„Eltern sein auf Zeit“ – ein Praktikum für junge Eltern

Auch dieses Jahr wurden „Babypuppen“, in denen ein Computer steckt, der verschiedene Tagesprofile durchläuft, programmiert und an die Teilnehmer*innen abgegeben. Über einen Zeitraum von fünf Tagen und vier Nächten konnten dann die Eltern ausprobieren, was dazu gehört, verantwortlich mit einem vier Wochen alten Säugling umzugehen. 

Die Puppen werden aktiviert, um ein Übungsprogramm für die Eltern auf Zeit auszuprobieren. Diese Übung vermittelt Sicherheit für zu Hause, wenn die Eltern alleine sind.

Die Puppen sind über einen Chip so programmiert, dass sie sich durch Schreien melden, wenn sie Hunger haben, aufstoßen müssen, die Windel voll haben oder durch Wiegen beruhigt werden wollen. Dabei hört das Baby erst auf zu schreien, wenn das richtige Bedürfnis abgedeckt ist.

Bevor die Eltern auf die Bedürfnisse der Puppen eingehen, ist es notwendig, über einen Chip am Handgelenk sich als Eltern zu identifizieren.

Besondere Aufmerksamkeit wurde auch auf das Halten des Köpfchens gelegt. Wurde dieses nicht gestützt, sondern kippte er nach hinten weg, gab es drei Minuten Geschrei und einen negativen Vermerk auf dem Auswertungsprotokoll, das im Chip der Puppe gespeichert war und am Ende besprochen wurde.

Im Rahmen des Projektes wurden den Schülerinnen ebenfalls Puppen gezeigt, die einem drogen- oder alkoholabhängigen Baby nachempfunden waren.

Dadurch sollte erfahrbar gemacht werden, wie sich das Verhalten der Mutter durch Alkohol trinken bzw. Drogenkonsum auf das Baby auswirken kann.

 

Hat die Identifizierung funktioniert, kann das Bedürfnis nach Nahrung gestillt werden.

Alle Eltern auf Zeit haben durchgehalten und präsentieren stolz ihre Babys, die mit den Namen Jonny, Max, Mia und Emre getauft wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Idee für ein solches Projekt kommt aus den USA und wird dort präventiv eingesetzt, um für die Schwierigkeiten von Teenager-Schwangerschaften und Kindesvernachlässigung zu sensibilisieren.

Der Schwerpunkt dieses Projektes hier am Berufskolleg Halle sollte darauf liegen, Erfahrungen zu vermitteln, die dazu dienen, den Teilnehmer*innen eine realistischere Selbsteinschätzung zu vermitteln, die zu einem verantwortungsvollen Elternsein dazu gehört.

Der Säugling gibt die Tagesstruktur vor, seine Bedürfnisse wollen vorrangig befriedigt werden, was auch bedeutet, dass sich der Tag-Nacht-Rhythmus verschiebt.

Doch bei allen Umstellungen, die anstrengend sein konnten, erhielten die Eltern auch viel zurück und sei es nur ein zufriedenes Glucksen, wenn der Hunger gestillt war.

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