Maßschneider/Maßschneiderin

Die Ausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin findet in Betrieben des Bekleidungshandwerks statt und dauert insgesamt 3 Jahre.

Während der Ausbildung lernen Maßschneider, Entwürfe und Schnittmuster von Hand zu zeichnen oder am PC mit entsprechenden Programmen für die Bekleidungskonstruktion zu erstellen. Mithilfe der erstellten Schnittschablonen werden die Stoffe fach- und mustergerecht zugeschnitten. Die Hauptnäharbeiten werden an Nähmaschinen ausgeführt, für das individuelle Design und die hochwertige Verarbeitung ist jedoch oft Handarbeit erforderlich. Zwischendurch sind Anproben am Kunden nötig, nach denen dann Passformkorrekturen vorgenommen werden. Das Bügeln während der Näharbeiten gehört genauso zum Arbeitsprozess, wie nach der Fertigstellung das Endbügeln.

Neben der Möglichkeit, direkt einen Ausbildungsvertrag zum Maßschneider/zur Maßschneiderin über 3 Jahre zu unterzeichnen, besteht auch die Möglichkeit, nach einer zweijährigen Berufsausbildung zum Änderungsschneider/zur Änderungsschneiderin eine einjährige Aufbauausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin zu ergänzen.

Aufnahmevoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Viele Ausbildungsbetriebe erwarten jedoch den Hauptschulabschluss.

Voraussetzungen sind allerdings ein Berufsausbildungsvertrag und die Anmeldung durch das ausbildende Unternehmen an unserem Berufskolleg.

Bildungsgangbeschreibung

Die Ausbildung zum/zur Maßschneider/-in erstreckt sich über 3 Ausbildungsjahre. Sie kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen auf 30 oder 24 Monate verkürzt werden.

In der Unter- und Mittelstufe erfolgt der Berufsschulunterricht an einem Berufsschultag bzw. 14-tägig an einem zweiten Berufsschultag in der Woche mit insgesamt 12 Unterrichtsstunden, in der Oberstufe an einem Berufsschultag mit 8 Wochenstunden. An den übrigen Arbeitstagen besuchen die Auszubildenden ihren Ausbildungsbetrieb.

Maßschneiderinnen bzw. Maßschneider stellen nach vorgegebenen oder eigenen Entwürfen Kleider, Kostüme, Röcke, Blusen, Hosen und Anzüge in individuellen Maßen her. Sie beraten die Kunden bezüglich der Schnittführung, der Stoffauswahl und der Farbgestaltung. Darüber hinaus verändern und reparieren sie Bekleidungsstücke nach Kundenwünschen.

Maßschneider und Maßschneiderinnen arbeiten vorwiegend in handwerklichen Maßschneider-Betrieben, Theaterschneidereien oder auch im Textil-Einzelhandel. Dabei ist sowohl eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Damenoberbekleidung als auch mit dem Schwerpunkt Herrenoberbekleidung möglich.

Im Anschluss an eine Berufsausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin kann der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit erfolgen. Hierzu empfiehlt sich die Ablegung der Meisterprüfung im Handwerk. Darüber hinaus sind aber auch eine Fort- und Weiterbildungen als Techniker/in der Fachrichtung Bekleidungstechnik oder Techniker/in für Betriebswissenschaft möglich. Mit der Fachhochschulreife steht Ihnen auch ein Studium an einer Fachhochschule (FH) offen, (z. B. Modedesign oder Dipl.-Ingenieur/in Bekleidung).

 

Stundentafel
Lernbereiche/Fächer 1. Jahr
Wochenstunden
2. Jahr
Wochenstunden
3. Jahr
Wochenstunden
Berufsbezogener Lernbereich      
Produktplanung und -fertigung 5-6 5 2
Gestaltung und Konstruktion 2 2 5
Wirtschafts- und Betriebslehre 0-1 1 1
       
Berufsübergreifender Lernbereich      
Deutsch/Kommunikation 0-1 0-1 0-1
Religionslehre 0-1 0-1 0-1
Sport/Gesundheitsförderung 0-1 0-1 0-1
Politik/Gesellschaftslehre 0-1 0-1 0-1
Differenzierungsbereich 0-1 0-1 0-1

 

Abschlüsse

Gegen Ende des 2. Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer (HWK) statt. In der insgesamt 8-stündigen Prüfung muss ein kurzer theoretischer Teil gelöst werden und ein Kleinteil oder einfaches Bekleidungsstück unter Berücksichtigung vorgegebener Verarbeitungsmerkmale gefertigt werden.

Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der HWK. Der praktische Teil dieser Prüfung umfasst 40 Std., geht also über 5 Tage. Der Prüfling fertigt in dieser Zeit sein Gesellenstück und dokumentiert sein Vorgehen. Prüfungsinhalt ist außerdem ein 30 minütiges Fachgespräch.

Die theoretische Abschlussprüfung (Gesellenprüfung) besteht aus folgenden Teilen:

Prüfungsbereich Dauer und Form der Prüfung
Planung und Fertigung 150 min schriftliche Aufgaben
Gestaltung und Konstruktion 120 min schriftliche Aufgaben
Wirtschafts- und Sozialkunde 60 min schriftliche Aufgaben
Projekte

Am Berufskolleg Halle/Westf. legen wir großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben. Aus diesem Grund unternehmen wir regelmäßig Betriebsbesichtigungen in die Ausbildungsbetriebe oder in andere Betriebe des Textil- und Bekleidungssektors, um theoretisch Erlerntes vor Ort in der betrieblichen Praxis angewendet zu sehen.

Jedes Jahr besuchen wir die Fashion Week in Berlin im Rahmen einer mehrtägigen Klassenfahrt, um dort die neuesten Modetrends aufzunehmen und anschließend in den Unterricht einzubeziehen.

Außerdem organisieren wir in regelmäßigen Abständen einen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule, dem Lycée Sonia Delaunay in Lomme/Lille (Frankreich). Die Austauschschüler/-innen nehmen an einem Sprachkurs teil und bekommen anschließend 2 Wochen die Gelegenheit, in den ansässigen Textil- und Bekleidungsbetrieben (Handwerk und Industrie) mit zu arbeiten.

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