BKH goes USA 2.0

Das Chattahoochee Technical College unterscheidet sich stark von unserem Berufskolleg. Es verfügt über neun Standorte, an denen ca. 14.000 Studierende in unterschiedlichsten Studiengängen eingeschrieben sind. Bei Führungen an den Standorten Marietta und Acworth sahen wir beispielsweise Fachräume für Friseure und Kosmetik, Physiotherapeuten, Rettungssanitäter, Laboranten, Automobilindustrie, Robotik, LKW-Fahren, Brauen und Forensik.

Neben den Führungen, die uns das College in all seinen Facetten näherbrachten, nahmen wir auch an verschiedenen Unterrichten teil, wie z.B. Accounting, Management, History oder Political Science. Dabei gab es einige Erfolgserlebnisse, denn unsere Auszubildenden konnten dem Unterricht ohne Probleme folgen und sich am Unterrichtsgespräch beteiligen.

Neben Einblicken in den Unterricht am College standen auch Unternehmensführungen an. Schließlich ging es im Rahmen unseres Projekts „Vocational Training in the United States and in Germany“ um den Vergleich der beiden Ausbildungssysteme und Arbeitswelten. So lernten wir mit Fastenal ein Unternehmen kennen, das Lieferketten für Industrieprodukte optimiert. Hier berichteten auch verschiedene Mitarbeiter*innen von ihrem Werdegang und standen für Fragen zur Verfügung. Mit Atlanta Bonded Warehouse stand ein weiterer Anbieter in diesem Segment auf dem Programm, ein Logistikdienstleister für Süßwaren. Wir erlebten ein großes Lager, welches zum Teil voll automatisiert betrieben wird. Die Auszubildenden konnten feststellen, dass der Grad der Automatisierung vergleichbar ist mit dem in ihren Ausbildungsbetrieben. Mit CKS Packaging lernten wir einen Hersteller von Verpackungen für Reinigungsprodukte kennen. Hier erfuhren wir hautnah, wie wichtig Arbeitssicherheits- und Hygienevorschriften in solch einer Produktionsstätte sind, denn es mussten sämtliche Schmuckstücke abgelegt und Haar- sowie Bartnetze und Sicherheitsbrillen getragen werden.

Neben dem fachbezogenen Programm wurde am Wochenende Downtown Atlanta erkundet. Da der Saint Patrick’s Day in die Zeit unseres Aufenthalts fiel, konnten wir einer Parade zusehen. Außerdem stand für den Samstag ein Fußballspiel im spektakulären Mercedes-Benz-Stadium auf dem Programm. Wir sahen einen Sieg des Atlanta United FC gegen Philadelphia und erlebten die Atmosphäre im Stadion, die aber doch eher etwas von Familienpicknick hat. Die deutsche Fankultur ist anders.

Am Sonntag ging es erneut nach Atlanta. Dankenswerterweise hatte uns das Chatt Tech wieder Atlanta City Passes zur Verfügung gestellt, mit denen wir verschiedene Attraktionen besichtigen konnten wie World of Coca Cola oder auch das Georgia Aquarium, welches fast 120.000 Fische und andere Wasserbewohner aus mehr als 500 Tierarten beherbergt. Weitere Highlights des American Way of Life waren das Frühstück in einem typisch amerikanischen Diner und der Besuch in einer Line Dance Bar, wo wir uns an verschiedenen Choreografien versuchten. Am letzten Abend besuchten wir ein Baseball-Spiel der Kennesaw State University, welches zunächst eine kleine Auseinandersetzung mit den Regeln erforderte, aber wir konnten die Atmosphäre dennoch aufnehmen.

Downtown Atlanta 
World of Coca Cola

Frühstück im Diner 
Baseball
Zum Abschluss des Projekts wurden wir noch einmal herzlich im Konferenzraum des Marietta Campus begrüßt. Dort konnten wir die beiden Wochen Revue passieren lassen und uns von allen Beteiligten verabschieden. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Chattahoochee Technical College, das uns so toll aufgenommen hat und uns zwei unvergessliche Wochen ermöglicht hat.

Auch möchten wir uns an dieser Stelle bei den heimischen Industrieunternehmen bedanken (Bostik GmbH, Jung Pumpen GmbH, Hörmann KG, Poppe + Potthoff GmbH, Rolko Kohlgrüber GmbH sowie Westfalia Technologies GmbH & Co. KG.), die ihren Auszubildenden zu Industriekaufleuten die Teilnahme an diesem Austausch und damit eine erlebnisreiche Zeit ermöglicht haben. Außerdem gilt unser Dank der Joachim-Herz-Stiftung, die durch ihr GATE-Programm (German Apprenticeship Training Exchange) diesen Austausch durch Knowhow und finanzielle Mittel unterstützt hat. Ziel des GATE-Programms ist die Förderung transatlantischer Beziehungen und die Internationalisierung der Berufsschulen. Dieses Ziel wollen wir durch die Fortführung des Austauschs mit dem Chatt Tech in den kommenden Jahren weiter verfolgen.
*Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

