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02.07.2018

''Eltern sein auf Zeit'' – ein Praktikum für junge Eltern

Im Mittelpunkt stehen programmierbare Babypuppen, die über die Zusammenarbeit mit der Hauptschule Versmold ausgeliehen werden können. Die Schülerinnen können die Puppen mehrere Tage mit nach Hause nehmen und selbst einen verantwortungsvollen Umgang mit einem vier Wochen alten Säugling ausprobieren. Die Puppen sind über einen Chip so programmiert, dass sie sich durch Schreien melden, wenn sie Hunger haben, aufstoßen müssen, die Windel voll haben oder durch Wiegen beruhigt werden wollen. Dabei hört das Baby erst auf zu schreien, wenn das richtige Bedürfnis abgedeckt ist.

Eltern sein auf Zeit

Das Praktikum wird für Schülerinnen und Schüler des Bildungsganges „Staatlich geprüfte/r Sozialassistent/in“ (Unterstufe) angeboten. Es wird von Schulleiter Dietmar Hampel und dem Abteilungsleiter für Gesundheit und Soziales, Dr. Karl-Heinz Rustige, unterstützt und wurde heute am Berufskolleg Halle gestartet.

Vor dem Praktikum geben die Eltern ihre Einschätzungen ab und nach einer dreitägigen Praxiserfahrung reflektieren die Schülerinnen und Schüler erneut ihre vorherigen Einschätzungen mit den Erfahrungen, die sie in dieser Zeit gemacht haben. Wichtig dabei ist vor allem die Erkenntnis: „Ich darf sagen, ich kann nicht mehr und benötige Unterstützung".

Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auch auf das Halten des Köpfchens gelegt. Wird dieser nicht gestützt, sondern kippt nach hinten weg, gibt es drei Minuten Geschrei und einen negativen Vermerk auf dem Auswertungsprotokoll, das im Chip der Puppe gespeichert und am Ende besprochen wird. Im Rahmen des Projekts werden ebenfalls Puppen gezeigt, die einem drogen- oder alkoholabhängigen Baby nachempfunden sind.

Über Elternschaft und Elternverantwortung aufklären, unreflektierten Teenagerschwangerschaften entgegenwirken bzw. Kindesmisshandlungen und -vernachlässigungen vorbeugen, sowie über das Schütteltrauma informieren – so die Ziele des Projekts, das aus den USA übernommen wurde. Dort dient es zur Vorbeugung von Kindesvernachlässigung und hat sich bei der Prävention von Teenager-Schwangerschaften bewährt.

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